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MY LONDON DIARY (4)

7.) Halbzeit: Touristenspaß und Finanzakrobatik

Ja, is denn scho Weihnachten? Noch nicht ganz, aber fast. Und am Samstag ist die Hälfte meines London-Abenteuers schon wieder vorbei. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Und noch unglaublicher, wie schnell das Geld vergeht. Eben noch zwanzig Pfund im Portemonnaie, im nächsten Augenblick total blank. Sie frisst einem die Haare vom Kopf, diese Stadt. Will man sie aus dem „London Eye“ von oben betrachten, kostet einen dieses Vergnügen schlappe 15 Pfund, also knappe 25 Euro. Andere Städte haben Berge oder Türme oder Wolkenkratzer, für die man nichts oder jedenfalls erheblich weniger bezahlt. Grummel! Ich frage mich allerdings, was die London-Leute mit dem ganzen Geld machen, das sie den Touristen aus aller Welt abknöpfen? „Look left“ auf ihre Straßen schreiben? Zeitungen unter BILD-Niveau drucken? Schon mal die Schiedsrichter der EM bestechen? Eins steht jedenfalls fest: Für ihr Wahrzeichen Big Ben verwenden sie es nicht. Da ist nämlich auf dem einen Ziffernblatt durchaus schon mal viertel vor vier, während das andere noch zwölf anzeigt. Ob die arme Queen wohl zu pleite ist, um ihre Uhr reparieren zu lassen? Ein Teufelskreis! Für das Vergnügen, bei Madame Tussaud’s Robbie Williams an den Wachshintern zu greifen, äh, ich meine natürlich, die ganzen schönen und reichen Menschen dieser Welt als Kunstwerke in Wachs zu bewundern, bezahlt man auch noch mal um die 20 Pfund. Aber das ist auch echt sehr interessant. Neben Captain Jack Sparrow und Harry Potter kann man nicht nur die gesamte königliche Familie bestaunen, sondern auch z.B. John Wayne, Shakespeare und Boris Becker. Und dann steht man - nichts Böses ahnend - plötzlich vor Hitler und fragt sich, ob man den nun wirklich sehen wollte. Zum wirklichen Nachdenken regt aber die Tatsache an, dass Gerhard Schröder – als „Deutscher Bundeskanzler“ betitelt -  in der Diktatorenecke neben Saddam Hussein und Kim Jong II steht. Okay, Angela Merkel als Model kann oder will man sich nun auch nicht wirklich vorstellen und wahrscheinlich war woanders kein Platz mehr für den Herrn Schröder, aber so richtig auf dem neuesten Stand scheinen die nicht zu sein, die Wachsfigurentitulierer.

Weitere Beispiele für die völlige Preisübertreibung im Londoner Alltag: Jacke (auf dem Flohmarkt): 145 Pfund, 500g Erdbeeren: 7 Pfund, Käse-Schinken-Sandwich: 3 Pfund, T-Shirt: 20 Pfund, 1 Station U-Bahn fahren: 2 Pfund. Ächz!

Völlig scham- und skrupellos von Nick Hornby inspiriert hier meine persönlichen Top 5 zum (absolut überlebenswichtigen) Geldsparen in London:

1.)    Wohne in Hackney! (Spare 300 Euro im Monat im Vergleich zum Wohnen in anderen Stadtteilen. Nachteil: Ghetto-Charme inklusive)

2.)    Fahre mit dem Bus schwarz zur Arbeit und laufe abends zurück! (Spare 2 Pfund und verliere 200 Kalorien am Tag. Nachteil: bei Regen Erkältungsgefahr, bei Polizeipräsenz Verhaftungsgefahr und bei chronischer oder akuter Faulheit Pech gehabt)

3.)    Ernähre dich von Uncle Ben’s Fertigreis! (Kaufe drei, bezahle zwei! Nachteil: Bei langfristiger Anwendung können Folgen einseitiger Ernährung auftreten: Skorbut, Zahnausfall, Durchfall, Reisallergie, chronische Übelkeit etc.)

4.)    Frühstücke in einem kleinen Diner beim Spitalfields Market! Zu Omelette und Orangensaft gibt es verschimmeltes Brot. Bei Reklamation die doppelte Portion (schimmelfrei) und alles aufs Haus. (gespart: 4,95 Pfund. Nachteil: relativ hoher Ekelfaktor)

5.)    Gehe vor zehn ins „Tiger Tiger“! (gespart: 10 Pfund Eintritt) und lasse dir dann als Annika aus Norwegen Mojitos ausgeben (gespart: 6 Pfund pro Mojito). Nachts mit dem Nachtbus nach Hause statt mit dem Taxi (gespart: 9 Pfund pro Fahrt). Nachteile: keine bekannt.

Ich beherrsche jeden der 5 Punkte bis zur Perfektion, werde allerdings, wenn ich wieder zuhause bin, bis zum Jahresende keinen Reis mehr essen und den bisher nicht ausreichend angehimmelten öffentlichen Verkehrsmitteln Düsseldorfs eine Liebeserklärung machen (bis sie mich wieder 20 Minuten im Regen warten lässt, die 707, die alte Sau!).

 

14.9.07 08:57
 


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