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MY LONDON DIARY (3)

5. Mitbewohner

Nach anfänglicher Verwirrung habe ich mittlerweile herausgefunden, dass ich sieben Stück davon habe, welche Tür zu wem gehört und wer wie nett ist. Von einigen kriegt man nicht viel mit, mit anderen geht man mal ins Pub an der Ecke einen trinken und ganz allgemein warte ich noch darauf, dass sich mal irgendjemand des Kühlschranks erbarmt, denn ich befürchte, der hat es bald geschafft, seinen gesamten Inhalt zur selbstständig organisierten Küchenflucht zu motivieren. Irgendeine undefinierbare dickflüssige, rosarote (!) Flüssigkeit machte gestern den Anfang und breitete sich nach gelungenem Ausbruch auf den gesamten Küchenboden aus. Kein schöner Anblick! Grüße gehen an dieser Stelle in die Grupello-WG in liebevoller Erinnerung an „the one and only Super-Bowle“. Sie könnte hier noch viel lernen!

 

6. Multikulti

London ist zweifelsohne eine ziemlich riesige Großstadt, in der zweifelsohne ziemlich viele Menschen leben. (Wie viele das tatsächlich sind, merkt man allerdings erst wenn die U-Bahnen bestreikt werden und sich alle Leute, die sich sonst unter der Erde ihre Wege suchen, plötzlich auf den Straßen tummeln. ) Aber wer sind sie eigentlich, diese Londoner? Münchner erkennt man an ihren Lederhosen oder spätestens an ihrem Dialekt, die Einwohner von Barcelona (äh, Barcelonesen? Barcelonaer? Barcelonanten?) daran, dass sie sich weigern, Spanisch zu sprechen. Aber wer oder was ist ein Londoner? Ich habe noch keinen kennengelernt obwohl ich schon viele Leute getroffen habe. Die wohnen auch hier. Aber sie kommen aus Portugal, Frankreich, Kuba, Südafrika, Spanien, Deutschland, Australien, Marokko… Kaum einer ist „richtig“ britisch, außer vielleicht Prince Charles, aber den trifft man so selten. Gibt es überhaupt echte Londoner? Ich werde weitersuchen und wenn ich fündig geworden bin, lasse ich es euch wissen.

Dafür ist London aber überaus multikulturell und dadurch erfährt man viele sehr interessante Dinge, z.B. dass Spanier glauben, Jürgen Klinsmann sei schwul und mit Jogi Löw zusammen , dass es stinkt wenn Taiwanesen kochen, das Endprodukt (nein, ich will nicht wissen, was es war...) dann aber doch recht gut schmeckt, und dass Italiener Memmen sind, die beim Fußball bescheißen (Aber das wusste man ja auch schon vorher… ). Man trifft hier übrigens genauso viele Deutsche wie in Frankfurt auf der Zeil und definitiv erheblich mehr als in der S-Bahn gen Offenbach. 80% der Leute, mit denen man beispielsweise an einem Abend so spricht, ist entweder selber deutsch, war schon drei- bis zwölfmal in Deutschland (eindeutiger Spitzenreiter der besuchten Städte: München. Warum bloß? ) oder „kann“ Deutsch (besonders beliebt hierbei die Worte „Scheiße“, „Achtung“, „eins, zwei, drei“ Die Auswertung dieser Studie hat mich zu einem zugegebenermaßen etwas schizophrenen Selbstversuch veranlasst: Von nun an nicht mehr als Sabine, sondern (skandinavophil wie ich nun einmal bin) als „Annika from Norway“ regte ich mein jeweiliges Gegenüber zum Nachdenken an. Norwegen? Hm, keinerlei Assoziationen. Hilfloses Lächeln. „Norway? Eh, interesting…“ Kein „Aaaaaaah, Germany! Eins, zwei, drei! Scheiße! I’ve been to Munich! Oktoberfest! Beer! Haha!“ Allerdings musste ich zugeben, dass der Versuch weder zu 100% durchdacht, noch bis ins Detail ausgefeilt war, als sich Annika aus Norwegen plötzlich einer spontanen Unterhaltung auf Norwegisch ausgesetzt sah und ihre Tarnung auffliegen lassen musste. Das Projekt „Persönlichkeitsspaltung“ läuft jedoch weiter. Momentan bemühe ich alle meine - nur sehr periphär vorhanden - Stochastik-Kenntnisse, um auszurechnen, wie wahrscheinlich es ist, in London einen Isländer zu treffen. Bis bald, eure Hjördis-Svava!

7.9.07 01:24
 


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